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Johann Sebastian Bach: Brandenburgisches Konzert Nr.2
Muss man Bachs Musik eigentlich vorstellen? Nein, nicht wirklich, wer sollte sie nicht kennen... aber in einer Liste von Hörtips kann ich mir eine Empfehlung des zweiten Brandenburgischen Konzertes nicht verkneifen.
Mit dem Ziel, dem Markgrafen von Brandenburg die Leistungsfähigkeit und das breite Klangspektrum seines nur 17-köpfigen Köthener Orchesters zu demonstrieren, komponierte Bach um 1721 sechs Konzerte, die später weltberühmt werden sollten. Herausragend darunter ist meinem Empfinden nach das Zweite.
Sehr komplex und verwoben beginnt der erste Satz. Eine echte Trennung von Melodie und Begleitung existiert nicht. Alles scheint lustvoll wirr durcheinander zu spielen, und doch wird dem Zuhöhrer durch die Gesamtheit aller Klänge eine klare Linie gezeigt, die er aber nur manchmal für einen kurzen Augenblick irgendeinem bestimmten Instrument zuordnen kann. Der zweite Satz reduziert diese Komplexität auf ein absolutes Minimum: nur Geige, Oboe und Flöte spielen, begleitet von Basso continuo. Sanft, geradezu federleicht werfen die drei Instrumente einander die Melodiefragmente zu, dabei Momente unerhöhrter Schönheit erzeugend, ein Ruhepunkt zwischen den beiden sie umgebenden Sätzen. Der dritte Satz ist eine kraftvolle Fuge mit seinerzeit Aufmerksamkeit erregenden Trompeteneinsätzen. Er greift viele musikalische Ideen des ersten Satzes auf und rundet so das knapp viertelstündliche Konzert zu einer Einheit ab.
Ein wunderbares Werk, aber es benötigt die Konzentration des Zuhörers. Also:
Fenster schliessen, CD einlegen, etwas über Zimmerlautstärke stellen, hinsetzen (besser: legen), mit Fernbedienung starten, Augen schliessen und... verzaubern lassen.
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