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Ludwig van Beethoven: Siebte Symphonie, zweiter Satz

Eingebettet in die ansonsten sehr grob geschnittene siebte Symphonie liegt mit dem zweiten Satz ein wahres Kleinod verborgen. Sehr verhalten, geradezu unheimlich schleichen sich die tiefen Streicher mit ihrer kargen, schemenhaften Melodie in das Ohr der Zuhörer. Allmählich stossen die höheren Streicher hinzu, übernehmen die Führung, lassen das Thema wachsen und hervortreten, wärend die tiefen Streicher dazu übergehen es schmeichelnd zu umspielen. Wenn dann, als Letzte, auch noch die Bläser hinzustossen, wächst sich die Melodie aus ins Überragende, nur um dann rasch wieder zu verstummen. Nach einer tänzerischen Überführungsphase ertönt das hauptsächlich von den Oboen getragenen traurig-schönen Seitenthema, umspielt von einem holzschnittartig- starrem Streichermuster. Durchbrochen wird diese Seitenmelodie durch das Hauptthema, anschwellend, wieder abflachend und wiederum die Führung übernehmend, um letztendlich, nach gigantischem Aufwallen, zu zerfasern und, aufgelöst in einzelne auf verschiedenste Instrumente verstreute Fetzen, in Agonie zu versinken.

Grauer Himmel, regenverhangen; buntes Laub: Musik für dunkle Herbsttage.

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