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Paul Hindemith: Sonate für Trompete und Klavier
1939, nach seiner Flucht aus dem faschistischen Deutschland in die USA, komponierte Paul Hindemith eine Reihe Sonaten für Blasinstrumente, oft auch für sonst wenig beachtete Randinstrumente, die von den betreffenden Instrumentalisten hungrig und dankbar aufgenommen wurden, da sich Hornisten, Fagottisten, Posaunisten usw. sonst immer mit uralter Literatur herumärgern mussten; hier hatten endlich mal auch sie Gelegenheit, wirklich moderne Musik zu spielen, die präzise auf ihr Instrument zugeschnitten war. Herausragend unter diesen Sonaten ist die für Trompete und Klavier, Dauer insgesamt etwa eine Viertelstunde. Der erste Satz ist kräftig und lebendig, geradezu mitreissend in seinem Elan; ungestüm platzt er in die Stille. Der zweite Satz ist vorsichtiger. Langsam schleicht er sich, paradoxerweise ausgerechnet mit einem Marschthema, in das Bewusstsein und ist, kaum dort angekommen, auch schon wieder verhallt. Der dritte Satz, "Trauermusik" benannt, manifestiert diese Stille, nur manchesmal Ideen und Fragmente des ersten und zweiten Satzes wieder in Erinnerung rufend, dann aber elegisch verloren im Nichts verschwindend. Interessierten empfehle ich die Version von Wynton Marsalis und Judith Stillman, erschienen auf dem Album "On the twentieth Century" bei Sony. |